Die interstellaren G7

 

 

2017

Installation|Objekt|Text

Sperrholz, Plexiglas, Backlightfolie, Leuchtrahmen, Papier

Maße variabel

 

 

 Ausstellungsansicht "gegenwärtig", Kunst:WERK St.Pölten 2017

 

 

Sternbilder gab es vermutlich bereits in prähistorischer Zeit. Die ersten gesicherten der heutigen Sternbilder, besonders die auch in der Astrologie benutzten Tierkreiszeichen, gehen auf die Altägypter und Babylonier zurück.

Weitere Sternbilder wurden in der Neuzeit dann zunächst am Südhimmel eingeführt, der Europäern in der Antike unbekannt gewesen war. Nicolas Louis de Lacaille erweiterte um 1750 nach einer Beobachtungsreise zum Kap der Guten Hoffnung in Südafrika die Sternbilder des Südhimmels um meist thematische Sternbilder, die den technischen Fortschritt symbolisieren sollten, etwa der Chemische Ofen oder die Luftpumpe. In den nächsten 150 Jahren setzten viele Hofastronomen Insignien ihrer jeweiligen Herrschaft an den Himmel. Zu den bekannteren und zumindest zeitweise in Himmelsatlanten erschienenen Sternbildern zählen das Brandenburgische Szepter oder der Königliche Stier von Poniatowski. Das Sternbild Schild ist das einzige dieser politischen Bilder das heute noch anerkannt wird.

1754 schlug John Hill, vermutlich in satirischer Absicht angesichts der zahlreichen zeitgenössischen Erweiterungen, 13 weitere Sternbilder vor, die nach dem Zeit-empfinden niederen Kreaturen gewidmet waren, zum Beispiel die Kröte, den Erdwurm, oder die Spinne. Der Scherz blieb in der Fachwelt allerdings unbeachtet.

Auf der ersten Generalversammlung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in Rom 1922 wurde die Anzahl der Sternbilder auf 88 festgelegt. Diese Anzahl galt bis 27.8.2017. Ab diesem Tag erweiterte der Fund der G7 die Anzahl der offiziell anerkannten Sternbilder auf gegenwärtig 95.