Schwarz auf Weiß

 

2018

Partizipatorisches Projekt|Fotoinstallation

Fotodruck auf Aludibond Fine Art

60 x 40 cm, 6 Stück 

Ed. 15+II

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                      

 

 

Die radikale Abwandlung einer am Anfang des Spiels geflüsterten Botschaft durch das Weitersagen hat uns als Kinder stets bezaubert.

Doch ohne darüber nachzudenken "spielen" wir auch heute noch öfter Stille Post.

Wir lesen eine Schlagzeile in der Zeitung, hören einen Beitrag im Radio oder sehen den Titel eines Videos auf Facebook.

Vieles überfliegen wir nur noch und nehmen es auf Grund der Verschriftlichung also, dass wir es schwarz auf weiß haben, für bare Münze und verbreiten dieses oft unreflektiert und ohne Recherche weiter. Manchmal kommentieren wir den Beitrag noch durch ein eigenes Posting oder interpretieren die Zeitungsschlagzeilen zu

unserem eigenen Vorteil oder Meinungsbild passend. Schnell entstehen dadurch Graubereiche und feine Abweichungen der Wahrheit.  

Die Existenz der Gerüchteküche ist freilich eine natürliche Folge der Kommunikation, sie hat aber auch ihre dunkle Seite und wird von politischen, religiösen oder

sonstigen Mächten oft manipulativ eingesetzt.  

Im Vorfeld spielte ich mit verschiedensten Personengruppen das allseits bekannte Spiel Stille Post. Ich fungierte bei jedem Spiel als Wortspenderin und gab

gefundene (Zeitungs-) Schlagzeilen an die MitspielerInnen weiter. Durch das Spielprinzip und die unterschiedlichen Einflüsse der TeilnehmerInnen werden

bekannte Begriffe stark verändert oder neu erfunden. Um diesen Effekt sichtbar zu machen, wurde das jeweils Verstandene schriftlich mit unterschiedlich

dicken schwarzen Stiften auf weißen Karteikarten festgehalten.