15 Minuten Ruhm, 2019
15 Minuten Ruhm, 2019

Artiststatement

 

 „Aber genau das tu ich. Ich lüge so, dass meine Zunge schwarz wird, hörst du das nicht?

 Du musst doch merken, dass das gelogen ist. Du darfst dir doch nicht alles Mögliche von den Leuten einreden lassen!“

  (Aus Pipi Langstrumpf, Kapitel 5)

 

Überlieferte Erzählungen, Gerüchte, kleine Hinweise, spezielle Orte, alte Redensarten, ungeklärte historische Ereignisse, gängige Klischees, oder (naturwissenschaftliche) Phänomene bilden die Ausgangsbasis meiner künstlerischen Arbeit.

Bilder, Inhalte, Zeitebenen und Thematiken vermischen sich und werden miteinander, aufeinander oder übereinander collagiert, montiert, projiziert oder gezeichnet. Banale Bilder, wie Familiendias oder Landschaftsaufnahmen, laden sich durch kleine Eingriffe mit neuer Bedeutung, Kontext und Aufmerksamkeit auf.

Die Arbeiten erzählen Geschichte(n) oder enthalten (wissenschaftliche) Handlungsanweisungen, denen sich die Rezipient*innen meist gerne unterwerfen und deren Sinnhaftigkeit sie oft erst auf den vierten? Blick in Frage stellen.

Als Alltagsforschwindlerin versuche ich evidenzbasierend in interdisziplinären Untersuchungen und Experimenten die Tatsache bzw. Existenz der (wissenschaftlich motivierten) Suggestion zu beweisen und voranzutreiben.

Dafür musste ich bereits mehrmals Geschichte(n) erfinden, in unterschiedlichste Rollen schlüpfen und die Dinge drehen und wenden, bis (passende) Ergebnisse vorlagen. Die neuartige Herangehensweise der sogenannten täuschenden Forschung erzielt durch, die im richtigen Verhältnis angewendeten Methoden, Zufall, Witz und Ironie bestmögliche Resultate, die es auf den folgenden Seiten mit der interessierten (Fach-)Welt zu teilen gilt.

 

Traditional stories, rumours, little hints, special places, old sayings, unexplained historical events, common clichés or (scientific) phenomena form the starting point of my artistic work. Images, contents, time levels and themes are mixed and collaged, mounted, projected or drawn with each other, on top of each other or over each other. Banal images, such as family slides or landscape photographs, are charged with new meaning, context and attention through small interventions.
The works tell a story or contain (scientific) instructions for action, to which the recipients usually willingly submit and whose meaningfulness they often only question at the fourth? glance.
As an everyday researcher, I try to prove and advance the fact or existence of (scientifically motivated) suggestion in evidence-based interdisciplinary investigations and experiments.
To do this, I have had to invent stories several times, slip into different roles and twist and turn things until (suitable) results were available.

The novel approach of so-called deceptive research achieves the best possible results through the right balance of methods, random, humour and irony, which are to be shared with the interested (professional) world on the following pages.